Mein Ticket für...
... Die Dreigroschenoper
Die Dreigroschenoper! Alle paar Jahre wird sie an den großen Häusern in Deutschland gespielt und nutzt sich doch nie ab. Die Düsseldorfer Inszenierung von Andreas Kriegenburg löst nun die Figuren aus Zeit und Raum heraus und lässt diese verlotterten, abblättternden Wesen in einem leeren Raum, mit einem Käfig in der Mitte spielen. Die Kostüme erinnern an Brechts Schaffenszeit und die Gauner, Ganoven und Huren könnten kaputter nicht sein, die abbröckelnde Schminke macht nur noch mehr deutlich, dass hier alles im Argen liegt, hier gibt es nichts Reines oder Gutes, hier ist alles im Verderben begriffen. Diese Ausstattung in Verbindung mit Kurt Weills unglaublicher Musik entwickelt eine faszinierende morbide Schönheit. Und das Düsseldorfer Ensemble zeigt, dass ich stimmlich wahnsinnig gut geschult ist. Das ganze ist eine Inszenierung, die zu Recht ständig ausverkauft ist, findet zumindest Ihre Janine Hartenstein.